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Getting Tough The Race 7

"Oha, was tue ich mir gleich an?" Genau das habe ich mich 15 Minuten vor dem Start gefragt. Die Temperaturen waren eigentlich recht gut für das Getting Tough, aber der Wind ließ mich und alle anderen am Start zittern. 

Die Anspannung war echt groß. Ich habe mich so intensiv auf diesen Tag vorbereitet und jetzt war es endlich soweit. Kann ich das Training heute zeigen? Wie komme ich mit dem Wasser zurecht? 

Der Start ist LEGENDÄR! Die Flugzeuge kommen und jeder weiß, es geht jeden Moment los. Es gibt keinen geileren Start! 2900 Starter stürmen auf ein Signal los und es ist wie aus einem Kriegsfilm. Kriechfelder, zwei Wassergräben und die ersten Hürden sind das, was uns als Erstes erwartet! 

Mein Start konnte bis zum zweiten Graben nicht besser laufen. Als zweiter war ich im zweiten Wassergraben, aber ich brauchte drei Versuche um rauszukommen und schon waren gefühlt 40 Athleten vor mir. Doch ich gab gleich Vollgas, um den Trubel zu entgehen und konnte mich bei etwa Platz 15 einordnen. Läuferisch war ich fit und fühlte mich echt gut. Doch die beiden kalten Wassergräben und das hohe Tempo brachten meine Lunge zum Brennen! 3 Kilometer hat es gedauert bis das nachließ. Nach einigen tiefen Laufgräben lief ich zusammen mit fünf anderen Teilnehmern zum Tire-Carry (Reifen tragen). Hier mussten wir einige Schleifen laufen und auch das ging super. Zusammen mit Felix Cutman machte ich einige Meter gut. Wir hatten ein hohes Tempo drauf und meine Beine blieben frisch. Im Anschluss ging es in den Wald. Die Wege erinnerten mich ein bisschen an eine Etappe vom Rennsteigstaffellauf. Wir blieben alle recht eng zusammen. Etwa 6-8 Athleten auf 100 Metern. An der ersten Zeitmessung war ich bereits auf Platz 10. Es folgte eine lange Bergab-Passage von etwa 1,5 Kilometern. Mein Pace lag deutlich unter 3 Minuten/Kilometer. An den bergauf Stücken konnte ich immer einige Meter gut machen und kam endlich mal an die zwei vor mir liegenden Läufer ran. Dann änderte sich erstmal nichts.

Kurz vor Beginn des Rückweges gewann ich einen Platz und schloss kurz darauf zu Platz 8 auf. Gemeinsam ging es 3 Kilometer zurück zum Start. Jetzt kommen wieder die Wassergräben! Doch diesmal müssen wir sie nicht queren, sondern in einem "U" durchlaufen. Das Wasser stand mir bis zum Kinn. Da ich sowieso komplett drin war, entschied ich mich zu schwimmen und das funktionierte super. Das Kältetraining hat einiges gebracht! Ich verkürzte den großen Rückstand auf nur noch 20 Meter und konnte nach der alten Sturmbahn aus DDR-Zeiten und einem 400m Sandbag-Carry auf Platz 7 vorlaufen. Jetzt geht es los. Die letzten Kilometer beginnen.

Erst die Waschmaschine (Bild), dann das legendäre Schwimmbad und dann geht es zum "Walk of Fame". Das Wasser der Waschmaschine hatte 6°C und der Pool 8°C. Bereits vor dem Durchlaufen des Wassergrabens setzte ich meine Badekappe auf. Diese isoliert etwas und hilft gut bei den Wasserhindernissen. Im Schwimmbad liegen 7 Holzstämme im Wasser unter die durchgetaucht werden muss. Nach dem ersten richtete ich kurz meine Badekappe und dann zog ich einen Holzstamm nach dem anderen durch! Das Wasser war frisch und das blieb ich auch. Ich konnte wieder einen Platz gut machen, aber wechselte mich bis zu Beginn des "Walk of Fame" mit Steffen Jabin immer wieder ab. Der "Wald of Fame" ist der letzte Kilometer des Rennens, welcher mit etwa 40 Hindernissen gespickt ist. Gleich zu Beginn muss eine Wand erklommen werden, von der von oben Wasser aus der Saale auf dich hereinbricht. Danach kommt eine längere Waschmaschine und dann ein Sandbag-Carry, erneut mit Wasser. Jetzt konnte ich wieder Abstand gewinnen. Ein weiteres Kriechhindernis mit Wasser, ein Reifenhindernis, eine seitliche Kletterwand, mehrere Autos und mehrere Traktorreifen folgten. 

Jetzt kam ein Kriechhindernis, was mir ganz schön zu schaffen machte und ich meinen gewonnenen Abstand wieder verlor. Zusammen mit Steffen absolvierte ich auf Augenhöhe ein Hindernis nach dem anderen. Traktorreifen, Eskaladierwände, Half-Pipe, Stairway to Heaven und Hangelringe. Kurz darauf tat ich mir an einer Inverted-Wall ungünstig weh. Das blockierte mich und kostete viel Zeit. Ich wurde überholt und ging nun auf die Zielgerade mit den letzten drei Hindernissen. Beim Getting Tough bekommt "Über die Ziellinie kriechen" eine passende Bedeutung, denn genau so ist es. Fertig, durchfroren und happy streckte ich meinen Arm über die Ziellinie. Als Gesamt ZEHNTER finishte ich mein erstes Getting Tough! Ich war so glücklich und freue mich schon auf "Getting Tough The Race VIII"!

The Race ist wahnsinnig gut organisiert, die Strecke ist super, die Stimmung toll und die Zuschauer sind klasse. Egal wo, Rudolstadt ist auf den Beinen und unterstützt. Die Stimmung im Schwimmbad ist der Hammer! So etwas habe ich in noch keinem Wettkampf an der Strecke erlebt.

Großen Respekt an alle Teilnehmer! 

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