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SocialMedia- & Smartphone Sucht - Ein unterschätztes Problem!

Ich denke, jeder kennt diesen Moment, indem man hin und wieder eine Gruppe von offensichtlich befreundeten Personen oder sogar Paare sieht, die an einem Tisch sitzen und sich unterhalten... Oh Moment! Kurz zurück! ... eine Gruppe von offensichtlich befreundeten Personen oder sogar Paare sieht, die an einem Tisch sitzen und das Foto oder den Text, welches bzw. welcher ihnen unabhängig voneinander auf ihrem Smartphone angezeigt wird, interessanter finden, als die Personen, die ihnen gegenüber sitzen.

Oh Moment! "Ist das bei mir auch so?" - Stellt euch mal diese Frage! Wann und wie oft habe ich mein Smartphone in der Hand?

 

Worte, wie Selfie, liken und facebooken gehören seit der 27. Auflage des Dudens ganz offiziell dem deutschen Sprachgebrauch an. Die Generation Y, das heißt alle zwischen 1980 und 2000 geborenen Personen, haben die Entstehung des Internets mitbekommen und gelten als Digital Natives. Sie waren die Generation, welche 2004 den Anfang von Facebook miterlebt haben. 2006 folgte dann Twitter und 2010 Instagram. Die Begeisterung für Online-Communities nahm von Jahr zu Jahr zu. Vor allem auf Instagram ist ein eigener Markt entstanden. Wir sind die Generation, aus der die Influencer kommen. Ein Markt, der Unternehmen eine große Reichweite und günstigere Werbung verschafft, als bei Werbekampagnen im Fernsehen etc. 800 Millionen Nutzer und 500 Millionen tägliche Nutzer im Jahr 2017 kann Instagram vorweisen. Wahnsinns Zahlen!

 

Die Generationen

Ich habe von der Generation Y geschrieben. Es gibt weitere Generationen, wie die Generation Z oder Generation Connected. Ersterer gehöre ich an und sie ist die zweite Generation der Digital Natives. Zunächst einmal würde ich diese Generationzuordnungen nicht allgemeingültig sehen, da es immer Dinge geben kann, die bei einem selbst nicht zu treffen können. Des Weiteren ist jeder Mensch individuell, hat seine eigene Persönlichkeit und eigenen Interessen. Die Generationen entstehen nur durch Auffälligkeiten und bestimmte Gemeinsamkeiten, die die Personen in diesem Zeitabschnitt haben.

 

Die Kehrseite

Es gibt eine Kehrseite. Neben Hasskommentaren gibt es ein etwas näheres und unterschätztes Problem, was den Einzelnen betrifft. Sucht! Die Sucht, die ganze Zeit in der Online-Welt sein zu müssen, um nicht das neueste Foto zu verpassen oder bei Whats-App, um keine Nachricht zu verpassen.
So ein Quatsch!? Das ist doch normal!? Das ist die große Frage. Ist es normal bzw. wann hört normal auf und fängt unnormal an? Diese Frage werde ich euch nicht beantworten können. Ich möchte euch dazu Anregen selbst darüber nachzudenken, ob ihr zu viel konsumiert und ob ihr euer Leben nicht besser gestalten könnt, indem ihr weniger online seit.

 

Bei diesem Thema lässt sich gut diskutieren. "So ein Quatsch, das gehört zu unserem Leben. Wir sind so aufgewachsen." Ja, sind wir, aber vorher ging es auch ohne. Ich denke, dass wir, aus der Generation Y und Z, die Generationen sind, welche zum Großteil noch ohne SocialMedia aufgewachsen sind. Bei der Generation Social Media ist das nicht mehr der Fall. Philippe Wampfler zitiert in seinem Buch "Generation »Social Media«eine Vertreterin:

"Ich habe nie gelernt, ohne das Internet zu leben. Meine Sozialisation wurde

maßgeblich von Internetbekanntschaften beeinflusst, meinen Musik- und

Filmgeschmack verdanke ich Online-Communities der frühen 2000er. Ich

lese seit Jahren Blogs oder Tweets von Menschen, die ich noch nie gesehen

habe und fühle mich mit ihnen trotzdem so verbunden, als würden wir uns

persönlich kennen. Ohne das Internet wäre ich ein anderer Mensch. Das

Internet ist Teil meiner Lebenswelt, in der ich nicht zwischen dem echten

und dem virtuellen Leben unterscheide. (Rieke, 2014)"

Den letzten Satz finde ich sehr beachtlich und das stimmt mich nachdenklich, denn das echte Leben sollte doch viel schöner als das virtuelle Leben auf Instagram, bei WhatsApp und in Facebook sein und sich davon abheben?

 

Wie oft schaue ich am Tag auf mein Display, wie viel Zeit verbringe ich bei Instagram, Twitter, Facebook und co.?

Überprüft euch selbst! Dafür gibt es auch Apps, wie "Moment" für iOS oder "Quality Time" für Android, welche die Zeit ,die ihr am Smartphone und in Apps verbringt, zählen.

 

Studien, die das Suchtpotential von SocialMedia untersuchten, stellten fest, dass die Nutzung des Smartphones Dopamin, also Glückshormone in unserem Körper freilässt. Auf der anderen Seite leidet das Glücksempfinden und eure Produktivität wenn ihr alle 20min. auf euer Smartphone schauen müsst, warnt Informatiker und Medienwissenschaftler Alexander Markowetz in Interview mit focus.
Des Weiteren gibt es psychologische Risiken durch Mobbing und Burnout. Mobbing in Form der negativen Interpretation nicht erhaltener Likes. Burnout durch die verschiedenen Tätigkeiten, Inhalte und Anforderungen der Plattformen sowie die Einbeziehung in den Alltag. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt.

In einer Studie an der Universität Maryland wurde festgestellt, dass die extremen Auswirkung der Sucht bei Entzug zu Aggresivität, Zittern, Schweißausbrüchen, Angst, Verzweiflung und Nervosität führen können.

 

 

Signale - Achtung!

  • Pausen neben der Arbeit oder dem Lernen nutzt du für SocialMedia.
  • Du fühlst dich Online wohler, als bei realen Gesprächen.
  • Du musst unbedingt wissen, was in den Sozialen Medien los ist.
  • Du hast keine Freunde außerhalb von SocialMedia.
  • Du bekommst schlechte Laune und bist deprimiert, wenn du zu wenig Likes bekommst.
  • Aufgaben im realen Leben gelangen in den Hintergrund und du vernachlässigst sie.
  • Der letzte und erste Blick des Tages geht auf dein Smartphone.
  • Du nimmst dein Smartphone mit auf die Toilette.
  • Du musst auch beim Autofahren schreiben und liken.
  • Ihr habt das Gefühl eure Konzentration bei der Arbeit oder beim Lernen schwindet.
  • Du wirst auf deinen Kosum angesprochen und erfindest etwas um dich herauszureden.
  • Du gehst zu spät ins Bett, weil es dich am Smartphone hält.
  • Deine Aufmersamkeit in Gesprächen sinkt, weil du abgelenkt bist.


Tipps - Was könnt ihr tun?

  • Offline-Tag: Verzichtet auf euer Smartphone regelmäßig für einen Tag oder für eine bestimmte
                       Zeit. Zum Beispiel von 11 bis 19 Uhr oder für eine immer wieder festgelegte Zeit mit
                       einer App, welche das Smartphone erst nach Ablauf der Zeit wieder frei gibt.
  • Schaltet das Smartphone eine Stunde bevor ihr ins Bett geht aus und erst nach dem Frühstück wieder an. Nehmt es also nicht mit ins Bett.
  • Verwendet eine Uhr als Wecker oder eine richtige Taschenlampe. So könnt ihr einen zusätzlichen Blick auf das Display vermeiden.
  • Schaltet die Mitteilungen für eure Apps ab.
  • Schaltet euer WLAN und die mobilen Daten aus. Wenn es etwas wichtiges gibt, gibt es auch noch SMS oder einen Anruf.
  • Legt das Smartphone weg, wenn ihr auf der Toilette seit, Auto fahrt oder etwas esst.
  • Lasst euer Smartphone bei einem Konzertbesuch oder Essen zu Hause.
  • Macht euch mit Hilfe einer Zähl-App für euer Smartphone bewusst, wie viel Zeit ihr daran verbringt.

 

Ich, Smartphones und SocialMedia

Ich habe später als meine Klassenkameraden ein Smartphone gehabt. Ich brauchte es auch nicht, denn das Training und meine zwei Instrumente haben mich genug beschäftigt. Ich wollte eine SMS verschicken, einen Anruf tätigen und vielleicht noch Musik hören. Mit 14 oder 15 bekam ich mein erstes Smartphone. Ich hatte es eine lange zeit. Zu Beginn meines Abiturs, also 11.Klasse, hörte ich dann ab und zu die Frage von Klassenkameraden, ob mein Smartphone noch funktioniere, da es so alt sei? - Ich konnte telefonieren und SMS schreiben. Das reicht doch! In der 12. Klasse war es dann soweit. Ich benötigte ein Neues. Ein iPhone5, was etwas ganz anderes war, als mein erstes Smartphone. Jetzt machte ich auch mal Fotos, da die Kamera gut war, ging auch mal unterwegs ins Internet und landete bei Instagram. Ich finde Instagram super. Ich sehe, was Profisportler und Freunde erleben und teile gerne selbst Fotos um meinen Followeren ein paar Einblicke in meinen Trainingsalltag zu geben und um eigene Erfahrungen weiterzugeben. Doch ein Instagram-Post steht bei mir nicht an Nummer 1 meiner To-do-Liste für den Tag. Auch beim Training hat das Training Vorrang vor Instagram. Wenn am Ende keine Zeit mehr für ein Foto übrig ist, dann ist das eben so.

Ich persönlich sehe keine Gemeinsamkeiten mit den oben genannten Signalen. Bei Treffen mit Freunden etc. gehört es für mich zum guten Anstand, dass das Handy in der Tasche bleibt und icht nicht ständig schaue wer mir geschrieben hat. Ich muss meine Likes nicht jetzt und in zwei Minuten und wieder in vier Minuten sehen. Das bringt mir nichts. Ich sehe dann nach zwei Stunden wie viele Likes ich habe und kann interagieren.

 

 

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie viel Zeit er in der "virtuellen Welt" verbringen möchte. Diese Welt eröffnet uns viele neue Möglichkeiten und das finde ich klasse! Ich habe Spaß daran Fotos zu posten, mich mit anderen auszutauschen und freue mich natürlich über jeden Like und Follower. Nur soll dadurch nicht das reale Leben in Mittleidenschaft gezogen werden und ich Smartphone fixiert sein.

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Kommentare: 1
  • #1

    Anne (Donnerstag, 22 Februar 2018 09:14)

    Ein sehr, sehr guter Beitrag, der mich wirklich zum Nachdenken anregt. Ich reflektiere schon seit einiger Zeit mein Socialmedia-Verhalten und bei den Fragen oben musste ich mit Schrecken feststellen, dass ich noch so viel mehr tun muss. Wir sind echt größtenteils abhängig von unseren Smartphones und der virtuellen Welt. Ich hoffe, dass ich meinen Konsum immer weiter einschränken kann und das Handy einfach wieder nur Mittel zum Zweck wird und nicht einen Lebensinhalt darstellt.
    Danke für deine Tipps und diesen super Artikel!

    Liebe Grüße aus Berlin
    Anne