· 

Was studiere ich?

In jungen Jahren begann ich zunächst Keyboard zu spielen und wechselte dann nach 8 Jahren zum Klavier. Nach vier Jahren Keyboard nahm ich dann noch Gitarreunterricht hinzu. Ich lernte zunächst die klassische Gitarre, wechselte dann zur Konzertgitarre und mit der Entdeckung der Musik von Eric Clapton, Mark Knopfler und Metallica wollte ich E-Gitarre spielen. Auch hier nahm ich Unterricht. So kam es dazu, dass ich bis zu meinem Studienbeginn neben dem Triathlon, noch zweimal in der Woche zum Instrumentenuntericht ging.
Mit 16 Jahren wollte ich noch etwas mehr die Welt der Töne kennenlernen. Ich wollte auch auf der anderen Seite der Bühne, am Front of House (FoH) stehen. Ein Freund nahm mich mit in den Predigerkeller, einem Erfurter Jugendclub, in dem regelmäßig Konzerte stattfanden. Er brachte mir die Grundlagen der Tontechnik bei. Nach einem Jahr machte er ein Auslandsjahr und ich stand alleine da. Ich wusste schon einiges, aber die Praxis fehlte noch etwas. Ab diesem Zeitpunkt betreute ich ganze Veranstaltungen alleine und sammelte so schnell viele Erfahrungen. Ich lernte dadurch schnell und arbeitete dann neben der Schule gelegentlich für Fremdveranstalter und FriederSound. Ich arbeitete mit Bands wie den Killerpilzen, Strandheizung, Sutcliffe, I come from the Sun und und und .... zusammen. Ich bekam sogar die Möglichkeit, einen Tag über die Schultern von Clueso-Tontechniker Martin Renius zu schauen und die Band kennenzulernen. Es machte mir großen Spaß.

Mit dem letzten Schuljahr, kam dann auch die Bewerbungsphase für das Studium. Was will ich studieren? - Darüber machte ich mir schon vorher Gedanken. Tontechnik kann man studieren. Die Studiengänge mit dieser Richtung sind Tonmeister, Toningeneur, Sound, Musikproduktion, Filmmusik etc. Diese sind meist privat, also teuer, d.h. Kosten zwischen damals 7.000€ und 27.000€, oder erfordern eine klassische Musikausbildung mit mindestens zwei Instrumenten und Komposition. Mit Filmmusik in Deutschland erfolgreich zu werden ist sehr schwer, da die Branchen aufgrund der geringen Investitionen in Filmmusik nicht so groß ist, wie in Amerika. Ein späteren tollen Platz als Tontechniker zu finden ist auch nur mit einem Namen und viel Erfahrung verbunden.
Mit einem breiter aufgestellten Studium gehe ich auf Nummer sicher und mache keine Abstriche. Ich suchte danach und fand den Studiengang "Medientechnik", welcher Themen wie Tontechnik, Fernseh- und Filmproduktion, Webdesign, Webentwicklung beinhaltet. Wie fast alle zuvor genannten Studiengänge gibt es ihn nur an Fachhochschulen, da Praxis benötigt wird. Ich fand Hochschulen Deutschland weit, die diesen Studiengang anboten und entschied mich letztendlich aufgrund der Module des Studiums und des Lebenswertes von Leipzig für die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig. Die genannten Themen bzw. der Inhalt des Studiums ist anders als bei den Medienwissenschaften oder der Publizistik deutlich erkennbar und lässt eine Richtung der späteren Arbeitsbereiche erkennen. Die Medienwissenschaften lassen einen großen Interpretationsraum in ihren Modulen und somit auch für den späteren Beruf. Daher kommt die Redewendung "Irgendwas mit Medien". Ich denke, die trifft auf mein Studium nicht zu.

 

Aber zurück zu meinem Studium. Der grundlegende Aufbau ist dreigeteilt. Grundstudium, Praxisphase und Spezialstudium.
Da Medientechnik ein Ingenieursstudiengang ist (Bachelore of Engineering), wird im Grundstudium die ingenieurswissenschaftliche Basis mit den Modulen Mathematik 1 & 2 (1. und 2.Semester) und Physik gelegt. Des Weiteren werden grundlegend Module wie Informatik 1 & 2, Grundlagen der Medientechnik 1 & 2, Buisness Englisch 1 & 2 gelehrt. Grundlagen der Medientechnik beinhaltet hierbei HTML5 und CSS, also die Basis für die Webprogrammierung. Neben diesem Teil gibt es noch Inhaltsentwicklung 1 & 2 sowie Mediengestaltung 1 & 2. Mediengestaltung beschäftigt sich mit, sehr naheliegend, der Gestaltung von Medien. Gleichzeitig wird aber vermittelt, wie bestimmte Formen, Farben, Zeichen etc. beim Rezipienten wirken. Das Verständnis des menschlichen Denkens und Empfindens ist hierbei ein wichtiger Part.

Im 2. Semester kommt dann Technik interaktiver Medien 1 und AV-Technik 1 hinzu. Ersteres dreht sich zum Beispiel um Datenbank basierte Webprogrammierung sowie in Technik interaktiver Medien 2 (3.Semester) um App-Programmierung. AV-Technik 1 sowie AV-Technik 2 (3.Semester) um analoge und digitale Audio und Videotechnik. Insgesamt haben die ersten beiden Semester je sieben Module.

Im 3.Semester kommen zu den bereits genannten Modulen, Elektrotechnik, Projektmanagement sowie Kommunikations- und Medienwissenschaftliches Arbeiten hinzu. Projektmanagement dreht sich um die Grundlagen für das Bewältigen von Großprojekten, d.h. es werden Elemente wie Risikoanalyse, Forecast etc. behandelt.

Im 4.Semester folgt diesem Modul dann ein Praxisprojekt als Umsetzung der gelernten Inhalte. Ich hatte ein Projekt in Kooperation mit dem MDR-Klassik. Weitere Module sind Recht in Medienunternehmen, Betriebswirtschaftslehre, Praxis der Medienproduktion, Kommunikationstechnik und eine individuelle Vertiefung (bei mir ADR-Aufnahmen). Im Modul "Recht" bekamen wir zum einen, einen Überblick über Rechtsgebiete, wie Zivilrecht, Strafrecht, Europarecht und mussten in der Prüfung auch einen Fall lösen. Zum anderen behandelten wir speziell Medienrecht mit Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht etc. In Praxis der Medienproduktion mussten wir fiktive Unternehmen gründen, uns auf Projekt-Ausschreibungen bewerben, diese bei Erhalt umsetzten und abgeben und Rechnungen schreiben. Die Projekte, Bewerbungen etc. sowie das generelle Handling wurden dabei bewertet.

Im 5.Semester ist die Praxisphase, d.h. es wird ein Praktikum über 20 Wochen gemacht. Ich bin befinde mich gerade am Ende meines Praktikums bei einem Systemhaus in Mainz. Der Beruf, der hinter meinem Praktikum ist der Solution Architect. Generell geht es um die Planung von Produktionslösungen in Unternehmen - Fernsehstudios, Übertragungswagen, Leitstellen, Universitäten etc.

Die noch zwei ausstehenden Semester sind das Spezialstudium. Hier wähle ich neben festen Modulen drei Module und eine Schlüsselqualifikation. Ich habe für das 6.Semester Studioproduktion, Audio-Produktion und Content Management Systeme gewählt. Hinzukommen dann noch Kosten- und Leistungsrechnung und Wissenschaftliches Arbeiten und Methoden.

Im 7.Semester wähle ich nochmals drei Wahlmodule und schreibe meine Bachelorearbeit.

 

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Überblick über mein Studium geben. Die bisherigen fünf Semester vergingen so schnell und ich freue mich schon auf die Zwei weiteren. Im Anschluss daran möchte ich gerne noch mit einem Master fortfahren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0